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Beim Spazieren am fast menschenlehren Strand sinne ich dem nach, der Grund und Anlass ist
für dieses Fest. Was fasziniert selbst Kirchenferne und Nicht-Glaubende an diesem Jesus von
Nazareth?
Es muss etwas tief Menschliches sein, nicht das hoch Theologische drumherum.
Ein roter Faden im Leben dieses Jesus ist sein radikales (verwurzeltes) Vertrauen in Gott. Ein
Gott, dem er mit dem Respekt des liebenden Sohnes begegnet. Sein Umgang mit den Menschen
richtet sich ungefiltert aus an dem, was für ihn das Reich Gottes ist. Unverständnis, Widerstand
und Gegnerschaft der Zeitgenossen sind ihm kein Grund, den Maßstab Gottes abzulegen.
Diesen Maßstab Gottes verdichtet er im VATER UNSER, welches wie kein zweites Gebet die
Erinnerung an ihn wach hält und die Gläubigen in tiefer Ökumene zusammenführen kann.
In dieser Welt lebend nach den Regeln göttlicher Liebe, bringt jederzeit den Konflikt mit jenen
Zeitgenossen hervor, die nach anderen Regeln leben. Wer mit ökonomischer, militärischer oder
ritueller Macht Herrschaft über seine Mitmenschen gewinnen und ausüben will, wird
Gotteskinder wie den Nazarehner ausschalten müssen.
Jesus wusste, dass er auf tödlichem Konfliktkurs war. Doch vertraute er darauf, dass Gott
größer ist als der Tod, dass das menschliche Sterben nicht das Ende des Lebens ist. So durchlitt
und durchstarb er seine Passion im konsequenten Gottvertrauen. Ein absolut treuer Sohn des
väterlich verstandenen Gottes.
Und dieser Gott bestätigt und besiegelt dieses Vertrauen. Er erweckt den Gekreuzigten zu
neuem Leben. Das menschliche Sterben ist nicht das Ende des Lebens. Endgültig bezeugt er den
Jesus von Nazareth als seinen Sohn, dessen Lebensweise als den Weg des Heils.
Jesus selbst lud dazu ein, seinem Beispiel folgend die einem Jeden eigene Kindschaft Gottes
ernst zu nehmen und das eigenen Leben am „Willen des Vaters“ auszurichten.
Mit dem VATER UNSER schenkte er uns eine Essenz seines gottvertrauenden Lebens. Je mehr
wir Gläubigen Tag für Tag nur etwas von dieser Essenz in den Lebensalltag geben, wird diese Welt
humaner.
Ungezählte Menschen wirken so wie ein Sauerteig in der menschlichen Geschichte, die so nicht
völlig in die Unmenschlichkeit entgleist. Menschen in allen Zeiten, Kulturen und Religionen, die
vielleicht ohne es selbst zu wissen, den „Willen des Vaters“ tun und zum sozialen Kitt
menschlicher Gesellschaft werden.
Mit Anerkennung und Bestätigung ist dabei nicht zu rechnen – jeder nehme sein Kreuz auf sich.
Zumeist posthum – in reuiger gesellschaftlicher Besinnung – wird der Wert gottvertrauender
Menschen erkannt:
Dietrich Bonhoeffer, Maximillian Kolbe, Mahatmi Ghandi, Marcel Callo, Dag Hamerskjöld,
Teilhard de Chardin, Johannes Kleinhappl, Leopold Kohr …..
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