NOKIAkonsequentunethisch_img1.gif NOKIA konsequent unethisch
Wieder fließen Tränen
  • Sorgentränen bei den um ihre wirtschaftliche Existenz gebrachten  Lohnarbeitern des Handy-Konzerns
  • Freudentränen bei den Eigentümern dieser Firma über den verbuchten  Rekordgewinn
  • Krokodilstränen bei den Politikern über die Folgen der „Sozialpartnerschaft“.
In jedem Falls haben die Tränen ihren Grund, sogar einen gemeinsamen Grund: ein  Eigentumsrecht, welches den Geldbesitzern ihre arbeitsfreien Einkünfte zu Lasten der  den Wirtschaftsort erarbeitenden Menschen ermöglicht. Dieses traditionelle  Eigentumsrecht entzieht Milliarden Menschen die Verfügungsgewalt über jene  Arbeitsmittel und Arbeitsbedingungen, die sie benötigen, um durch eigene  Arbeitsleistung ihre  Existenz zu sichern. Stattdessen erlauben die Zustände es  wenigen diese Arbeitsmittel besitzenden Personen, die besitzlosen  Erwerbsabhängigen zu eigenem Gewinn zu verdingen und zu bewirtschaften.
Unter verschiedenen Bezeichnungen gingen die Varianten dieser Bewirtschaftung des  Humankapitals in die Menschheitsgeschichte ein: Sklaverei, Leibeigenschaft,  Proletariat oder in heutiger Sprache als Prekariat.
Auch modernes Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht kann nicht darüber täuschen, dass es  im Kern um die Begrenzung von Auswüchsen bei gleichzeitigem Schutz des geltenden  Systems geht.
Der Versuch einer friedlichen Koexistenz zwischen der Klasse der Arbeitsmittel-  Eigentümer einerseits und jener der produktionsmittellosen Erwerbsabhängigen  andererseitsbestimmt die bundesrepublikanische Nachkriegspolitik. Doch in jeder  Krisenlage erweist sich diese Sozialpartnerschaft so wertvoll wie eine Fusion von  Huhn und Schwein zur Produktion eines „Strammen Max“.
Massenarbeitslosigkeit und Sozial-„Reformen“ seit über dreißig Jahren sind der Preis,   dir Entwicklung einer neuen feudalen Luxusszene der Erfolg dieser scheinbaren  Partnerschaft.
Zum eigentlichen Wunder der “Sozialpartnerschaft“ gehört die Duldsamkeit der um  ihren vollen Arbeitslohn übervorteilten Erwerbsabhängigen. Zu den Betreibern dieses  Wunders gehören all jene gesellschaftlichen Kräfte, die den aus römischer Zeit  stammenden Eigentumsbegriff der ethischen Diskussion entziehen und in der  Rechtsordnung gegen die Massen der Erwerbsabhängigen durchsetzen.
In jeweils gegebener Situation mag es opportun erscheinen, sich über NOKIA,  Siemens, VW oder einen sonstigen Globalplayer zu entrüsten. Doch leider nutzen  deren Entscheider nur die ihnen zugebilligten Rahmenbedingungen, wenn auch  konsequent unethisch. 
Solange unsere Rechtsordnung die Bewirtschaftung von Menschen zum Profit der  Geldbesitzer schützt, werden Tränen fließen: 
  • Tränen der Wut und Sorge bei den Düpierten, 
  • Freudentränen bei den Marktgewinnlern , 
  • Krokodilstränen bei den Repräsentanten unserer Gesellschaft.